Ich weiß, es ist vielleicht verfrüht…aber ich mache mir ernsthafte Sorgen. Womöglich gibt es sie gar nicht, die Torte die mich wirklich von den Socken haut…vielleicht müsste ich mal ein Phantombild erstellen, eine grobe Skizze davon machen, wie meine Traumtorte beschaffen sein könnte.
Sie müsste professionell aussehen, aber nicht nicht leblos perfekt sein. Sie sollte als Lebensmittel inszeniert und nicht als Kunstobjekt stilisiert werden. Sie sollte oppulent, aber nicht kitschig sein. Sie sollte schon Diva sein, aber eine mit Bodenhaftung. Sie sollte ein aufregendes Innenleben haben, aber nicht durch Kompliziertheit erschlagen. Sie ist vermutlich irgendetwas zwischen avantgardistischer Pâtisserie und hausgebackener Sonntagstorte. Ich habe mal vor Jahren im Relax Café in Düsseldorf ein Törtchen gegessen, das hat es geschafft. Da war alles dabei, was ich mir wünsche. Es war ein Heidelbeer-Ricotta-Törtchen in einem hausgebackenen Tartelette (nicht diese Fertigtartelettes von HUG), darin eine Füllung aus Mandeln…etwas marzipanig, aber ich weiß echt nicht was es war. Aufgesetzt war ein zylindrisches, weißes Ricotta-Mousse-Element mit einem Kern aus Blaubeermousse, das belegt war mit einem Kreis perfekter Blaubeeren, die mit einem „Tautropfen“ verziert waren (irgendein transparentes Gel, leicht süß, aber eher wässrig, so wie man sich Honigtau vorstellt) und in der Mitte ein Crémetuff mit einem Stückchen Blattgold.
Zum Teil rätselhafte Komponenten, maximale Frische, Aufwand im Detail, stilvolle Gestaltung nah am Lebensmittel, ein wenig Glamour….das hätte 10 Punkte von mir bekommen! Leider habe ich dieses Törtchen nie wieder dort gefunden. Ich denke deshalb aber, dass es meine Phantomtorte doch gibt…irgendwo…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.